Blick in das Atrium und auf die Treppe des Gebaeudes M des DHBW CAS am Bildungscampus in Heilbronn

Der Master kann ein wichtiger Impuls sein, um zu bleiben.

Manuel Huber und Jonathan Seifert, Caritasverband für Stuttgart
Manuel Huber und Jonathan Seifert, Caritasverband für Stuttgart e.V.

Wie sind Sie auf den Dualen Master aufmerksam geworden? Wer von Ihnen hat den Anstoß gegeben?
Seifert: Die Idee dazu kam von mir. Schon nach dem Bachelor war bei mir das Interesse da, irgendwann den Master zu machen. Dann, nach knapp vier Jahren in einer Wohngruppe, fand ich es an der Zeit, mich weiterzuentwickeln. Als ich mich informiert und für den Dualen Master entschieden hatte, waren es jedoch nur noch wenige Tage Zeit bis zum Bewerbungsschluss. Zum Glück hat mir mein Fachdienstleiter sofort positive Rückmeldung gegeben, mir finanzielle Unterstützung zugesagt und erklärt, dass ich meine Stelle für das Studium zeitlich reduzieren kann, wenn ich das möchte. Das hat mir direkt ein gutes Gefühl gegeben und mir gezeigt, dass ich mit dem Duale Master, auch wenn er kein etabliertes „Must have“ in der Sozialen Arbeit ist, hier gut aufgestellt sein werde.

Huber: Ich muss zugeben, dass ich dem Master am Anfang kritisch gegenüber stand, als ich über die Fachdienstleitung davon hörte. Schließlich hilft diese Weiterbildung zwar mit Sicherheit dem Studierenden im Beruf, doch finanziell hat das bei uns im Anschluss keinerlei gesicherte Auswirkungen. Daher waren Weiterbildungen zum Beispiel zu Systemischen Beratern oder Ähnlichem bisher gängiger. Bei Herrn Seifert war uns allen jedoch die Führungsperspektive klar – und dafür gibt es keine andere einschlägige Ausbildung als den Dualen Master. Also habe ich gesagt: „Warum nicht? Wir können es ausprobieren.“ An dieser Stelle hat es einfach optimal gepasst.

Warum haben Sie sich für den Dualen Master entschieden?
Seifert: Ich finde die kompakte Mischung aus wissenschaftlichem Arbeiten, der Forschung, klassischen betriebswirtschaftlichen Themen und sozialpolitischen Aspekten absolut spannend. Hinzu kommt der intensive Austausch über zwei Jahre hinweg mit anderen Leuten aus der Sozialen Arbeit, die auf demselben Weg unterwegs sind. Eine einfache Weiterbildung wäre mir in diesem Rahmen zu wenig gewesen. Der komplette Ausstieg aus meinem Beruf kam hingegen auch nicht in Frage zumal mir reguläre Vollzeit-Master-Studiengänge zu verwissenschaftlicht erscheinen oder aber viel zu allgemein gehalten sind. Etwas Vergleichbares, das wie dieser Duale Master wirklich auf die Praxisbedarfe zugeschnitten ist, habe ich an einer anderen Hochschule nicht gefunden. Was gibt es Besseres? Ich kann studieren, arbeiten und Geld verdienen. Das war für mich ideal.

Welche Meilensteine gab es für Sie auf dem Weg von der Idee bis zur Immatrikulation?
Seifert: Die große Unterstützung durch meine Leitung war für mich der einzige echte Meilenstein im Entscheidungsprozess. Danach lief alles fast wie von selbst.

Huber: Das war bei uns eine sehr schnelle Entscheidung. Allerding ist sie uns auch so leicht gefallen, weil wir die DHBW schon jahrelang kennen. Die bestehenden Kontakte haben den Entschluss sicherlich begünstigt.

Herr Seifert wird Ihr Nachfolger, Herr Huber. Hat das den Entschluss zum Master-Studium beeinflusst beziehungsweise beeinflusst es heute den Fokus des Studiums?
Huber: Als es um meine Nachfolge ging, war Herr Seifert direkt als Kandidat im Gespräch. Damals lief sein Master-Studium ein gutes Jahr und wir sahen deutlich, dass Interesse besteht, sich in gewisse Positionen hineinzuentwickeln. Gleichzeitig haben wir ihm dies auch zugetraut. Natürlich musste Herr Seifert trotzdem das reguläre Bewerbungsverfahren durchlaufen und bestehen. Ich denke auch, dass solch ein Verfahren eine sehr reflexive Wirkung hat, und die finale Entscheidung auch bei Herrn Seifert erst im Prozess gefallen ist.

Seifert: Ich habe diesen internen Positionswechsel zu Beginn meines Dualen Masters in keiner Weise planen können. Ich fühle mich hier jedoch super-wohl, und wenn sich mir eine solche Gelegenheit hier bietet, ergreife ich sie selbstverständlich. Natürlich könnte ich mich auch wegbewerben, aber warum sollte ich das machen, wenn ich mich hier wohl fühle und weiß, was ich habe?

Huber: Das ist immer die Frage: Entwickele ich jemanden bis zu einem Punkt, an der er oder sie geht? Wie halte ich diese Kräfte?

Seifert: Die letzte Zeit meines Masters wird mit Sicherheit sehr anstrengend, da ich gleichzeitig diese Führungsposition ausfüllen möchte. Doch bei der Caritas weiß ich genau, dass ich sehr gut unterstützt werde. Eine Kollegin stockt sogar für meine Einarbeitungsphase auf.  

Huber: Wir schmeißen die Leute zwar auch ins kalte Wasser, doch immerhin treiben keine Eisschollen mehr links und rechts. Wir schaffen also Bedingungen, die händelbar sind.

Seifert: Das ist eine Herausforderung, die ich annehme!

Inwiefern war die Entscheidung für den Dualen Master eine Grundsatzentscheidung für den Caritasverband Stuttgart?
Huber: Herr Seifert ist unser Pilot im Dualen Master. Noch haben wir den Master nicht strukturiert eingesetzt. Vielleicht trägt er aber nun die Fackel weiter und befruchtet die Arbeit der Caritas an dieser Stelle. Ich denke, dass der Duale Master ein Baustein für unsere zukünftige strategische Personalentwicklung sein kann. Warum sollten wir ihn nicht stärker nutzen? Aber da möchte ich Herr Seifert in seiner nächsten Position nicht vorweggreifen.

Seifert: Ich habe noch keine großen Pläne gemacht. Doch Fakt ist, dass wir stark expandiert haben in den vergangenen Jahren und dass sich allein dadurch einiges tun wird – auch im Bereich Master.

Huber: Herr Seifert macht nun einen ordentlichen Sprung von der Basis in die dritte hierarchische Ebene. Es ist unwahrscheinlich, dass wir unsere nächsten Fachdienstleitungen so besetzen. Doch schon für die vierte Ebene, die Teamleitung, benötigen wir eine strukturierte interne Nachwuchsförderung, die wir bisher nicht befriedigend umsetzen konnten. Herrn Seiferts Beispiel zeigt, dass man durchaus nicht immer intern entwickeln muss, sondern auch auf externe Angebote zurückgreifen kann. Das Thema beschäftigt uns schon seit Jahren.

Seifert: Ich bekomme es auch bei unseren jetzigen Bachelor-Studierenden mit, dass für sie der Master ein immer größeres Thema wird. Vielleicht wird der Duale Master ein Teil unserer Strategie sein, um diese Leute zu binden. Das kann ich mir gut vorstellen. Denn häufig erfolgt ein Wechsel des Arbeitgebers nur, um noch einmal etwas anderes zu machen. Der Master kann ein wichtiger Impuls sein, um zu bleiben.

Wie entscheiden Sie, wen Sie bei einem Dualen Master unterstützen?
Huber: Wir haben die Unternehmenspolitik, dass wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grundsätzlich in ihrer fachlichen Weiterentwicklung unterstützen – solang der Bezug zur Arbeit einigermaßen klar erkennbar ist. Im Gespräch mit der Fachdienstleitung geht es daher nicht um das „ob“, sondern nur um das „wie“ und um eine Beratung.

Was spricht in Ihren Augen dafür, Mitarbeiter/-innen im Haus zu entwickeln statt sie als fertige Master-Absolventen einzustellen?
Huber: Ganz viel! Während eines Dualen Masters lernt der Studierende seine Institution sehr gut kennen und wendet viele Inhalte bereits explizit auf seinen Arbeitgeber an. Es erleichtert erheblich die Einarbeitung, wenn die Unternehmenskultur bekannt ist. Dieser Prozess ist für jemanden, der von extern kommt, wahnsinnig schwierig.
Wie erleben Sie den Theorie-Praxis-Transfer des Dualen Masters? Können Sie Beispiele nennen?

Seifert: Zwar habe ich bisher rein pädagogisch gearbeitet, doch der Duale Master hat meinen Blick für die Prozesse dahinter geschärft. In der Praxis haben sich dadurch viel mehr Fragen aufgetan, als das früher der Fall war. Ich durchblicke nun Strukturen und habe einen viel besseren Überblick. Konkret gab es für mich beispielsweise intensiven Theorie-Praxis-Transfer bei meiner Forschungsskizze aus dem Wohngruppenumfeld. Die Potenzialanalyse mit einem persönlichen Coach hat mir außerdem enorm geholfen.

Huber: Ich habe gemerkt, dass Herr Seifert durch den Dualen Master Interesse für Prozesse entwickelt hat, die ihn sonst nicht beschäftigt haben. Er will die Dinge nun wirklich verstehen.

Wie werden sie das Weiterbildungsangebot Dualer Master zukünftig beim Caritasverband einsetzen?
Seifert: Wir wollen im Bereich der Personalentwicklung noch aktiver werden und die Verfahren klären. Der Duale Master der DHBW hat den riesigen Mehrwert, dass wir die Lernziele konzeptionell mitgestalten können.

Huber: Wir sind stark gewachsen, und müssen die Personalarbeit stärker professionalisieren. Der Duale Master birgt eine gute Möglichkeit, ihn gezielt für die Entwicklung Einzelner einzusetzen. Im Fall von Herrn Seifert haben wir damit ein sensationell gutes Ergebnis erzielt. Ein Teil unserer zukünftigen Personalentwicklung wird daher mit Sicherheit zukünftig über den Dualen Master laufen.

Nutzen Sie die Vorteile des Dualen Masters für Ihre Organisation.
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