Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten durch Masterstudium

„Es ist geplant, dass ich unser Angebot erweitere. Jetzt habe ich die Möglichkeit, da hineinzuwachsen.

Meike Horcher, Studentin des MBM Accounting, Controlling und Steuern

Meike Horcher, Studentin des Masters in Business Management, Studienrichtung Accounting, Controlling und Steuern
Meike Horcher, Studentin im MBM Accounting, Controlling und Steuern

Wie und wann hat sich bei Ihnen die Idee des Master-Studiums entwickelt?

Horcher: Ehrlich gesagt hat mir bei meiner regulären Arbeit ein bisschen die Herausforderung gefehlt. Ich wollte mich weiterentwickeln, doch den üblichen Weg in meinem Berufszweig – mich nun als Steuerberaterin zu qualifizieren –, das konnte ich mir damals nicht vorstellen. Also habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, mich breiter aufzustellen. Da kam mir der Duale Master in Business Management, Studienrichtung Accounting, Controlling und Steuern gerade recht. Hier kann ich in meiner Studienrichtung mein allgemeines BWL-Wissen deutlich vertiefen, indem ich zum Beispiel auch etwas über General Management oder Unternehmensbewertung lerne.

Warum ein Dualer Master?

Komplett bei meiner Arbeit auszusteigen käme für mich nicht infrage. Nicht nur wegen des Gelds, sondern auch weil ich mich in meinem Beruf wohlfühle. Bei einem Fernstudium würde mir jedoch der Austausch mit den anderen Studenten und den Dozenten fehlen. Außerdem bin ich nicht der Typ dafür, mir alles allein von zu Hause aus zu erarbeiten. Der Duale Master entspricht also genau meinen Bedürfnissen: Ich kann in meinem Beruf bleiben und trotzdem facettenreich, fundiert Neues lernen, mich persönlich mit Gleichgesinnten austauschen und mich so neu aufstellen.

Wie hat Ihr Arbeitgeber auf Ihren Studienwunsch reagiert?

Mein Chef war erst überrascht, fand es dann aber sehr gut, dass ich mich weiterentwickeln möchte. Wir haben mehrere Gespräche geführt, und zwischendurch war er wegen der Kosten skeptisch. Doch schließlich stimmten wir darin überein, dass meine Entwicklung durch den Dualen Master sehr gut für das Unternehmen sein wird. Aus diesem Grund unterstützt er meine Entscheidung voll und ganz.

Haben Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber abgestimmt, um die Wahlmodule an seine Anforderungen anzupassen?

Bei der Modulwahl grundsätzlich beraten hat mich die Dekanin der Fakultät Wirtschaft selbst. In Gesprächen mit meinem Chef haben er und ich parallel dazu gemerkt, dass meine Interessen bei der Modulwahl mit seinen übereinstimmen. Die finale Entscheidung habe ich in dem Wissen getroffen, dass sie für meinen Arbeitgeber passt.

Welche Vereinbarungen haben Sie mit Ihrem Arbeitgeber für das duale Studium getroffen?

Ich habe meine Stelle für mein Studium auf 70 Prozent reduzieren können und kann außerdem zeitlich sehr flexibel arbeiten. Das bedeutet, dass ich zum Start des Studienjahrs, wenn die Zeit der Abschlüsse ist und sich die Arbeit im Büro stapelt, gern 100 Prozent arbeite. Meine Vorlesungen und Prüfungen konzentrieren sich vor allem auf spätere Zeiträume im Studienjahr und dann baue ich stark meine Überstunden ab. Wenn es trotzdem nicht ausreichen sollte, kann ich bei der Arbeitszeit nachjustieren. Zudem kann ich mich darauf verlassen, dass ich zum Beispiel bei Projektarbeiten immer einen Ansprechpartner unter den Kollegen finde.

Wie wenden Sie das zusätzliche Master-Wissen an?

Derzeit besuche ich ein Seminar im Modul Change Management. Das kann ich zwar in meinem Unternehmen aktuell nicht anwenden, doch der Dozent gestaltet die Vorlesung sehr interaktiv. Viele meiner Kommilitonen erzählen von ihren Erfahrungen. Aufgrund der Fallbeispiele aus der Praxis kann ich mir alles sehr gut vorstellen. Sonst hört man zum Beispiel immer nur, dass Kommunikation wichtig sei – und man nimmt es so hin. Doch wenn ich im direkten Austausch über den Arbeitsalltag erfahre, was alles falsch gemacht werden kann, verstehe ich erst richtig, wie wichtig das Thema ist.

Wie erleben Sie den Kontakt mit Ihren Dozenten / -innen vor, während und nach den Präsenzblöcken?

Dadurch, dass wir unsere Dozenten zwei bis drei Tage am Stück sehen, ist der Kontakt sehr intensiv. Sie fordern uns oft dazu auf, Beispiele aus unseren Unternehmen beizutragen. So entsteht ein großer Praxisbezug, und wir kommen schnell ins Gespräch. Fragen kann man immer – auch im Nachgang. Sie vermitteln uns das Gefühl, dass es ihnen sehr wichtig ist, dass wir wirklich dabei sind und die Inhalte auch verstehen. Das ist super! Bis jetzt hatte ich nur tolle Dozenten.

Wie funktioniert der Austausch mit Ihren Kommilitonen/-innen?

Während der Präsenzphasen ist der Kontakt sowieso sehr intensiv. Für die übrige Zeit haben wir eine „WhatsApp“-Gruppe gegründet. Wenn einer etwas Interessantes zum Studium oder zu seinem Ablauf hört, gibt er oder sie es über die Gruppe weiter. Konkrete Studieninhalte haben wir bisher noch nicht auf diesem Kanal besprochen – aber es ist einfach gut zu wissen, dass man nicht allein ist.

Inwiefern werden sich Ihre beruflichen Aufgaben nach dem Master-Abschluss ändern? Wie stellen Sie sich Ihre nächsten Schritte vor?

Meine Aufgaben haben sich teilweise schon jetzt geändert. Zusehends trage ich mehr Verantwortung und kann mich stärker ganzheitlichen Aufgaben wie Unternehmensbewertungen oder Planungsrechnungen widmen. Dieses Feld ist für eine Steuerkanzlei eher untypisch. Doch es ist geplant, dass ich das Angebot für unsere Mandanten nach meinem Master erweitere. Jetzt habe ich die Möglichkeit, da hineinzuwachsen.

Was raten Sie Interessenten, die sich ebenfalls weiterentwickeln wollen?

Ich rate, sich genau zu informieren und zu überlegen, was man wirklich will und welches Angebot zu einem persönlich passt. Auch mit dem Arbeitgeber offen zu reden finde ich sehr wichtig, da das viele positive Impulse für die Arbeit und fürs Studium setzen kann. Ein Dualer Master ist in meinen Augen etwas für Leute, die ihr Studium ernst nehmen, die stressfähig sind und die das erhöhte Arbeitspensum mit ihren Freizeitwünschen in Einklang bringen können. Das Studium sind zwei Jahre, die nicht ganz leicht sind. Aber es lohnt sich, und ich möchte es unbedingt machen!


Vielen Dank für das Gespräch!