Die Personalentwicklung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Organisation.

Interview Wurzinger und Joens, Atrio Leonberg e.V.
Fisun Wurzinger und Jasmin Jöns, Atrio Leonberg e.V.

Von wem ging die Idee des Master- Studiums aus? Welche Überlegungen haben die Initiative ausgelöst?

Jöns: Die Idee ging von mir aus. Ich war bereits in einer Leitungsposition und wollte mich für die aktuelle Stelle weiterqualifizieren. Das Studium passt sehr gut zu meiner jetzigen Stelle, Theorie und Praxis kann ich hervorragend miteinander verknüpfen. Obwohl die Initiative von mir ausging, unterstützte mich Atrio sehr. Sie befürworten ausdrücklich, wenn Mitarbeitende sich weiterbilden.

Können Sie den zeitlichen und organisatorischen Ablauf skizzieren, der zwischen dem Wunsch, sich weiterzuqualifizieren, und dem Studienstart lag?

Jöns: Ich habe bereits mein duales Bachelor- Studium bei Atrio absolviert. Nach meiner Übernahme stand erst mal das Arbeiten im Vordergrund. Nach vier Jahren bekam ich dann wieder Lust, an die Hochschule zu gehen. Im Frühjahr 2014 ging ich auf Frau Wurzinger zu. Ihr habe ich meine Idee vorgestellt und mit ihr über die zeitliche Belastung gesprochen. Wir haben besprochen, meine Arbeitszeit auf 80 Prozent zu reduzieren. Danach habe ich mich direkt für den Dualen Master beworben.

Wurzinger: Nach Frau Jöns’ Personalführungsgespräch, bei dem es unter anderem um den Dualen Master ging, haben wir die Unterstützungsmöglichkeiten durch Atrio besprochen. Als relativ kleine Einrichtung können wir keine feste Anzahl von Master- Plätzen anbieten: Es kommt auf den Einzelfall an. Wir müssen jeweils schauen, welche Möglichkeiten wir bieten können. Die Entwicklung endet nicht mit einem Studium, denn die Interessenten möchten bei Atrio weiterkommen, was auch in unserem Interesse ist. Unbegrenzte Möglichkeiten adäquater Stellen haben wir jedoch nicht.

Hatten Sie zuvor weitere Master-Programme anderer Hochschulen geprüft?

Jöns: Ich habe geschaut, welche Angebote es gibt. Mir war es wichtig, weiterhin bei Atrio arbeiten zu können und in der Nähe zu wohnen. Den Ausschlag für die DHBW gab, dass sie mir aus dem Bachelor-Studium bekannt ist. Dort habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ehrlicherweise ist der Duale Master auch günstiger als andere Programme. Außerdem war das Curriculum sehr ansprechend. Ich musste natürlich darauf schauen, wo die Inhalte passen, und das hat mir bei der DHBW am besten gefallen.

Wurzinger: Ich kann diese Entscheidung nur befürworten, weil die DHBW ein langjähriger Kooperationspartner von uns ist.

Welche Vorteile verspricht sich Atrio davon, ein duales Master-Studium zu unterstützen und anzubieten? Gibt es bereits erste konkrete Auswirkungen?

Wurzinger: Frau Jöns ist schon immer eine engagierte Mitarbeiterin und Führungskraft. Seit ich Frau Jöns kenne, ist mir bewusst, dass sie sich weiterqualifizieren und weiterkommen möchte, dass Sie sich ein breit gefächertes Wissen aneignen will. Aus ihrer Sicht durchaus mit dem Ziel, kurz- oder mittelfristig in die weitere Karriereplanung zu gehen. Das deckt sich mit der Motivation Atrios zu schauen, wo sich unsere Führungsnachwuchskräfte befinden. Sicherlich haben wir Führungspositionen, die wir bei Bedarf auch mit qualifizierten externen Personen besetzen. Aber besonders in der mittleren Leitungsebene ist es förderlicher, zu prüfen, wen wir bereits im Betrieb haben und wer die entsprechenden Qualifikationen mitbringt.

Jöns: Mir geht es im Master-Studium nicht nur um die Zukunft. Ich merke, dass mir das Studium unglaublich hilft: sowohl bei meiner täglichen Arbeit als auch dabei, in der Leitungsposition zurechtzukommen. Ich verstehe eher, wie die Dinge ablaufen, und kann die Theorie, die ich an der DHBW lerne, umsetzen. Vorgänge kann ich besser begründen, da ich mehr Hintergrundwissen habe. Dies hilft mir sehr.

Während der Theorieblöcke lernen Sie zusammen mit Studierenden anderer Organisationen. Würden Sie sagen, dass sich daraus ein berufliches Netzwerk entwickelt?

Jöns: Auf jeden Fall hat sich ein Netzwerk entwickelt. Das merke ich, wenn ich an der Hochschule bin. Wir tauschen uns viel über die Arbeit aus. Die Präsenzzeit ist für den Austausch förderlich. Wir sind aber auch gut vernetzt, wenn wir uns nicht sehen. Oder wir treffen uns mal außerhalb des Lehrplans. Erst jetzt war ich zu einem Lern-Wochenende verabredet. Dabei wird auch mal gefragt, wie der jeweilige Dienstplan der anderen aussieht oder ein bestimmtes Problem gehandhabt wird. Wir lernen viel voneinander.

Inwieweit unterstützt Atrio Master-Studierende während des Studiums?

Wurzinger: Frau Jöns hat ihre Arbeitszeit 2014 und 2015 auf 80 % reduziert. Zwischenzeitlich hat sie die Arbeitszeit wieder erhöht, weil sie den Eindruck gewonnen hat, sie bewerkstellige ihr Studium ganz gut. Wir waren uns einig, dass eine Arbeitszeitreduzierung in ihrer Funktion und Tätigkeit für eine gewisse Zeit möglich ist. Zudem sind wir bei bestimmten Studien-Modulen im Gespräch, inwieweit diese Atrio direkt zugutekommen. Gegebenenfalls können wir Frau Jöns während dieser Module im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme entsenden. Außerdem kann Frau Jöns ihren jährlichen Fortbildungsanspruch in Absprache über drei Jahre zusammenfassen, also sowohl darauf zurück- als auch vorgreifen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, hier kommen wir ihr entgegen. Auf eigene Initiative ist Frau Jöns auf einzelne Funktionäre im Haus zugegangen und bekommt Einblicke in fachliche Themen.

Jöns: Beispielsweise konnte ich beim Vorstand die Entgeltvorbereitungen oder die Vorbereitungen zu Mitglieder- und Vereinsversammlungen miterleben. Beim Risikomanagement konnte ich zusammen mit der oberen Managementebene in einer Arbeitsgruppe sitzen. Ich habe auch geschaut, was mich über den vorgegebenen Studieninhalt hinaus interessiert. Atrio hat viel zu bieten, beispielsweise bin ich passend zum Thema „Rechtsformen im Verein“ zur Mitgliederversammlung mitgegangen.

Wurzinger: Personalakquise war ebenfalls ein Thema, mit dem Sie sich in der Findungsphase zur Masterthesis auseinandergesetzt haben. Sie sind dazu auf das Personalreferat zugegangen. Es gibt offene Türen, und man nimmt sich Zeit.

Wenn man die Personalarbeit in die Schlagworte Finden, Binden und Entwickeln aufteilt, in welchem der drei Bereiche sehen Sie den Dualen Master?

Wurzinger: Wir sind bestrebt, unsere guten, qualifizierten oder engagierten Mitarbeiter / -innen an Atrio zu binden. Selbstverständlich ist für uns auch die Personalentwicklung, sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Organisation. Das Finden ist bezogen auf den Master nicht das bestimmende Thema. Wir haben derzeit keine exponierten Stellen, die wir unbedingt mit Master-Absolventinnen und -Absolventen besetzen müssen.

Kann der Duale Master in diesem Bereich auch zum Erfolg des Vereins Atrio Leonberg beitragen?

Wurzinger: Auf jeden Fall!


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