Künstliche Intelligenz im öffentlichen Dienst: Masterarbeit prüft Machbarkeit

Bartlomiej Röder, Masterabsolvent im Studiengang General Business Management, hat in seiner Abschlussarbeit untersucht, wie die Einführung von Künstlicher Intelligenz im öffentlichen Dienst gelingen kann. Dafür entwickelte er ein Reifegradmodell.

„Wenn man einen Marathon laufen will, sollte man sich ein halbes Jahr vorher mal beim Arzt durchchecken lassen", erklärt Röder, der als Abteilungsleiter beim Bundesbau arbeitet. „Den Ansatz kann man auf ein Reifegradmodell für die KI-Einführung übertragen.“ Für seine herausragende Arbeit erhielt er nicht nur eine sehr gute Note, sondern zusätzlich auch den Ernst & Young Preis.

In seiner Arbeit hat er genau die Komponenten analysiert, die notwendig sind, um den Marathon – also die KI-Einführung – zu schaffen. Dafür nutzt er ein Reifegradmodell, denn mit diesem Werkzeug können Unternehmen ihren Fortschritt in einem bestimmten Bereich objektiv bewerten. Sein Fazit? „Es tut sich viel, wir sind aber mit den Basics hinterher.“ In der Immobilienverwaltung des Landes sieht er viele Nutzungsmöglichkeiten – von der Immobiliensuche über das Vertragsmanagement bis hin zur intelligenten Gebäudesteuerung.

Ursprünglich wollte Röder in seiner Arbeit weniger den Ist-Zustand betrachten, sondern vielmehr zeigen, wie Künstliche Intelligenz künftig eingesetzt werden kann. “Aber davon hat mir mein Betreuer abgeraten und mir stattdessen das Reifegradmodell ans Herz gelegt”, erklärt der Masterabsolvent.

Aber auch daran findet er Gefallen: „Das Schöne daran ist, dass es in der Regel gleich drei Funktionen hat.“ Zunächst beschreibt es den Ist-Zustand. Im zweiten Schritt ermöglicht es einen Vergleich mit anderen Verwaltungen und schließlich zeigt es auf, welche Maßnahmen notwendig sind, um die gewünschten Ziele zu erreichen.

Mit seiner Analyse betritt er Neuland. Denn Reifegradmodelle für Künstliche Intelligenz im öffentlichen Dienst in Deutschland konnte er zum Untersuchungszeitpunkt nicht ermitteln. "Bei meiner Recherche habe ich ein Reifegradmodell aus Slowenien gefunden und auch verschiedene aus dem nordamerikanischen Raum, aber recht wenig aus dem deutschen Raum“, sagt Röder.

Um eine Datenbasis für seine Masterarbeit zu haben, muss er kreativ werden. Zunächst führt er Interviews mit Personen aus der Privatwirtschaft, der öffentlichen Hand und dem universitären Bereich. So kann er die einzelnen Kategorien auf ihre Bedeutung für das Thema prüfen. Anschließend organisiert er im eigenen Betrieb eine Fokusgruppe, die in einem Workshop bewertet, wie weit man in Bereichen wie Ethik & Regulierung oder Strategie & Führung bereits ist.

Sein Fazit fällt pragmatisch aus: “Ich denke, man muss mit der KI einfach anfangen.” Dass seine Masterarbeit so gut bewertet wird, hat er nicht erwartet. Über die Auszeichnung freut er sich besonders: “Das war für mich ein richtig schöner Abschluss einer tollen Zeit am DHBW CAS.”

Wir gratulieren Bartlomiej Röder herzlich zu seiner hervorragenden Abschlussarbeit und der Auszeichnung mit dem EY-Preis!