Kaminabend „Intersektorale Kooperation & Führung“ am 24.09.2026

Im Rahmen von Modul 3 „Intersektorale Projektgovernance: Netzwerke, Führung und Strategie“ im Executive Programm Intersectoral Governance lud die ISoG BW am 24. September zu einem Kaminabend mit Prof. Nicole Graf, Irene Armbruster und Dr. Thorsten Pilgrim ein.

Rückblick auf den Kaminabend „Intersektorale Kooperation & Führung: Wie führt man, wenn unterschiedliche Organisationen, Interessen und Handlungslogiken zusammenkommen?“

Am 24. September kamen Teilnehmende und Alumni des Executive Programme in Stuttgart zusammen, um mit unseren Gästen über Führung in intersektoralen Netzwerken zu sprechen. Auf dem Podium: Prof. Nicole Graf (DHBW Heilbronn), Irene Armbruster (Bürgerstiftung Stuttgart und Stiftungsnetzwerk Stuttgart) und Dr. Thorsten Pilgrim (IHK Stuttgart). 

Ein Erdball, ein Wimmelbild, ein Kiosk
Zum Einstieg beschrieben die Gäste ihr Netzwerk in einem Bild, und schon zeigte sich, wie unterschiedlich Netzwerke erlebt werden. Für Prof. Nicole Graf ist es ein kleiner Erdball: Mit wenigen Handschlägen lässt sich die ganze Welt erreichen. Irene Armbruster sieht ein Wimmelbildpuzzle, dessen Teile durch das Netzwerk zusammengesetzt werden. Dr. Thorsten Pilgrim beschreibt einen Kiosk, an dem Expertise und Ressourcen ausgetauscht werden.

Gemeinsame Ziele statt kleinster gemeinsamer Nenner
Strategische Entscheidungen in Netzwerken sind anspruchsvoll, gerade in ehrenamtlichen Gremien. Die Gefahr, beim kleinsten gemeinsamen Nenner zu landen, ist groß. Einig war sich das Podium: Netzwerke ohne gemeinsames Ziel scheitern. Ziele müssen konkret sein und immer wieder neu bestimmt werden. Führung bedeutet dann vor allem, den Prozess zu diesen Zielen zu moderieren. Das hilft auch im Umgang mit Machtgefällen, die selbst in altruistisch geprägten Netzwerken bestehen bleiben. Dazu kommen ein gemeinsamer Wertekodex, Selbstwirksamkeit und, nicht zu unterschätzen, Spaß. Oder kurz: Ziele sorgen dafür, dass Menschen kommen, Selbstwirksamkeit und Spaß dafür, dass sie bleiben.

Engagement braucht Raum und Selbstwirksamkeit
In der Diskussion mit dem Plenum ging es auch um die Frage, wie junge Menschen für Engagement in Netzwerken gewonnen werden können. Statt fertige Angebote zu machen und auf Beteiligung zu hoffen, sollten Organisationen Räume öffnen und Ressourcen bereitstellen, damit junge Menschen selbst entscheiden, was sie bewegen wollen. Der Kern ist Selbstwirksamkeit: Wer sich engagiert, muss erleben, dass er etwas bewirken kann. Und wenn Netzwerke Erwartungen wecken, hilft klare, realistische Kommunikation, am besten in Bildern.

Was macht gute Netzwerker:innen aus?
Gute Netzwerkerinnen und Netzwerker kommunizieren klar, sind ansprechbar, erkennen Talente in anderen und geben ihnen eine Bühne. Wer gut netzwerkt, investiert ins Blaue hinein, ohne sofort etwas zurückzuerwarten, und handelt für die Sache statt für sich selbst.

Und wie lernt man Netzwerken?
Die Tipps der Gäste zum Schluss: Tut, was euch interessiert, und knüpft dort an, wo ihr euch wohlfühlt. Sucht euch Menschen, die euch helfen. Bringt Neugier mit, sucht das Positive und schafft gegenseitigen Nutzen. Als Lektüre empfahl Irene Armbruster übrigens einen Klassiker: „Emil und die Detektive“.

Wir danken unseren Gästen und allen Teilnehmenden für einen inspirierenden Abend und offene Gespräche!