Neues Praxislehrbuch der ISoG BW: „Intersektorale Kooperation" erscheint im Springer Verlag

Nach mehreren Jahren Forschung, Lehre und Prozessbegleitung legt das Team der ISoG BW ein Praxislehrbuch vor: „Intersektorale Kooperation – Lösungen gestalten im Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft" bündelt Grundlagen, Methoden und reale Fallbeispiele für alle, die an den Schnittstellen der Sektoren arbeiten.

Wie gelingt Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg – und was braucht es, damit aus guten Absichten tragfähige Kooperationen werden? Diese Frage begleitet die Arbeit der ISoG BW seit ihrer Gründung. Sie stellt sich in der Energiewende ebenso wie in der Quartiersentwicklung, in Strategiedialogen ebenso wie in kommunalen Aushandlungsprozessen. Und sie lässt sich, das zeigen alle Erfahrungen, weder von einem Sektor noch von einer Institution allein beantworten. Was bislang in Seminaren, Forschungsprojekten und Beratungsprozessen erarbeitet wurde, liegt nun erstmals gebündelt vor: Das Praxislehrbuch „Intersektorale Kooperation – Lösungen gestalten im Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft" erscheint im Springer Verlag.

Geschrieben haben es Prof. Monika Gonser, Helen Lückge, Dr. Verena Schmid, Carina Rößler und Carla Runge – ein Autorinnenteam, das Forschung, Weiterbildung und Prozessbegleitung zusammenbringt. Genau diese Mischung prägt auch das Buch: Es bleibt nicht bei der Analyse, sondern liefert Werkzeuge, die sich im Arbeitskontext direkt anwenden lassen.

Vom Verständnis der Sektoren zum konkreten Kooperationsprozess

Der erste Teil des Buches legt die Grundlagen. Er fragt, was die Komplexität moderner Gesellschaften ausmacht und welche Rolle die Herausbildung der Sektoren Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft als Mittel der Komplexitätsreduktion dabei spielt. Es geht um Unterschiede und Zusammenspiel zwischen den Sektoren, um blinde Flecken und Reibungsverluste, um gesellschaftlichen Wandel in Mehrebenensystemen, um Werte und Kultur als Orientierungsrahmen sowie um die Dynamiken intersektoraler Zusammenarbeit in ihren drei Arbeitsmodi: Kooperation, Innovation und Konfliktlösung.

Der zweite Teil wird operativ. Entlang des ISoG BW Cycle führt er durch die fünf Phasen eines intersektoralen Kooperationsprozesses – Initiieren, Starten, Orientieren, Gestalten sowie Bewerten und Weitertragen. In jeder Phase werden dieselben fünf Handlungsfelder durchgespielt: Stakeholdermanagement; Führung, Planung und Entscheidungen; Rahmenbedingungen, Finanzierung und Kontext; Zieldefinition und Wirkungsanalyse sowie Kommunikation. So entsteht eine Landkarte, die zeigt, worauf es zu welchem Zeitpunkt ankommt – und was typischerweise übersehen wird.

Methoden zum Mitnehmen und drei Fälle aus der Praxis

Besonders praxisnah wird das Buch durch zwei durchgängige Elemente. Zum einen enthält nahezu jedes Kapitel eine Praxismethode, die direkt anwendbar ist: vom Komplexitätsradar über die Hotspot-Analyse, das Wertequadrat für intersektorale Kooperationen, das Politikfeld-Canvas und das intersektorale Netzwerk-Mapping bis hin zur Three-Horizons-Innovationswerkstatt, zur Konfliktfeld-Analyse, zur kollegialen Führungs-Diagnose und zur outcome-orientierten Wirkungsanalyse.

Zum anderen ziehen sich drei reale Fallbeispiele durch das gesamte Buch, je eines für die drei Arbeitsmodi: der Veränderungsdialog für Kooperation, die Wissensfabrik für Innovation und der interkommunale Energiedialog in Dossenheim und Schriesheim für den Umgang mit Konflikten. Statt abstrakter Beispiele lässt sich so über alle Phasen hinweg mitverfolgen, wie sich dieselbe Kooperation in unterschiedlichen Stadien entwickelt und an welchen Stellen es knirscht.

Damit richtet sich das Buch an Fach- und Führungskräfte aus Verwaltung, Unternehmen, Verbänden und Zivilgesellschaft, an Prozessbegleitende und Projektverantwortliche ebenso wie an Studierende und Lehrende, die intersektorale Governance nicht nur verstehen, sondern gestalten wollen. 

Kostenfrei online verfügbar

Das Buch ist frei zugänglich und kann in Kürze kostenlos gelesen und heruntergeladen werden. Wer lieber blättert, findet die gedruckte Ausgabe im Buchhandel und beim Springer Verlag. Melden Sie sich zum Newsletter der ISoG BW an, um über die Veröffentlichung informiert zu werden.